Schnapsideen & Schnappschüsse
Auf den Spuren unserer Tiroler Brenner
Schnapsideen & Schnappschüsse
Auf den Spuren unserer Tiroler Brenner

Jagdhof Schnapsbrenner Tour

Die Tiroler Schnapsroute entdecken

Dem Schnaps auf der Spur. Erkunden Sie die Tiroler Schnapsbrennereien auf der Tiroler Schnapsroute! Wir haben unsere Tiroler Brenner für Sie besucht, den Schnapsbrennen gehört zur kulinarischen Tradition Tirols. Acht Stunden diszipliniertes Verkosten, Besichtigen, Schnuppern, Fragen, Hinterfragen, Fotografieren. Unsere Jagdhof-Schnapsbrenner-Tour ließ uns „tief ins Glas“ der Tiroler Edelbrände und hinter die Kulissen der besten Brenner blicken.

Jagdhof-Schnapsbrenner-Tour

Alban Pfurtscheller, Philipp Loimayer, jüngster geprüfter Sommelier des Jagdhofs, und Albin Mayr, Head-Sommelier im SPA-HOTEL Jagdhof, hatten zugegebenermaßen schon so manche Schnapsidee. Heute erzählen wir Ihnen aber die Geschichte einer Ausfahrt ins Grüne, die in Sachen Destillate die lehrreichste und lohnendste war, die wir bisher erleben durften. Unsere vier gewählten Brennereien verbinden die lange Tradition mit der Leidenschaft für die Kunst des Schnapsbrennens. Unser Streifzug führte uns durch Brennblasen aus blank poliertem Kupfer, durch Lager mit Glasballonen und Barriquefässern und in stilvolle Verkostungs- und Verkaufsräume …

Brennend
interessant

  • 2.500 von 4.000 Tiroler Brennereien haben das Brennrecht seit Maria Theresias Zeiten

  • Das Schnapsbrenner-Wissen wird oft von Generation zu Generation weitergegeben

  • Rund 5 Mio. kg Obst werden pro Jahr in Tirol zu Schnaps gebrannt
  • Ein angebotenes Schnapsl in Tirol abzulehnen, gilt als unhöflich

  • Eine „Schnapsidee“ ist ein seltsamer Einfall, eine verrückte Idee

Station 1

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Tiroler Schnapsbrennerei Rochelt in Fritzens

Station 2

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Edelbrand Draxl in Inzing

Station 3

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Mair’s Beerengarten in Rietz

Station 4

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Feindestillerie Kössler in Stanz

Station 1

Tiroler Schnapsbrennerei Rochelt, Fritzens

In der Brennerei Rochelt in Fritzens, unserer ersten Station der Jagdhof-Schnapsbrenner-Tour, empfängt uns Alexander Rainer, der den Familienbetrieb seit 2003 führt. Sein Schwiegervater Günter Rochelt, Visionär der 70er-Jahre, hat ihn über Jahre in die Kunst des Brennens eingeführt.

„Wissend, dass nur erstklassige Früchte zu einem vorzüglichen Schnaps führen, wird unser Obst erst am Höhepunkt seiner Reife behutsam geerntet“, erklärt Alexander Rainer. Die natürliche Gärung, das schonende zweimalige Brennen nach überlieferter Art und insbesondere der jahrelange Reifeprozess im Glasballon verdichten das volle Aroma der Früchte zur reinen Essenz: dem echten Tiroler Schnaps.

„In unserer Brennerei zelebrieren wir die Tradition der Tiroler Schnapskultur und erzeugen erlesene Produkte für den kultivierten Genuss.“
Alexander Rainer

Dem besonderen Destillat gebührt auch eine außergewöhnliche Verpackung: Die der Tiroler Zangenflasche nachempfundene Rochelt-Flasche verkörpert ein Stück Tiroler Glaskultur und gibt ein Versprechen für ihren Inhalt.

Unser Fazit: Perfektionistisch und kompromisslos in der Qualität: Nur der reifste Schnapsjahrgang der einzelnen Sorten kommt an den Kunden.

Mit Feuer & Flamme getestet: Muskateller, Gewürztraminer, Gravensteiner Apfel, Quitte, Mirabelle, Wildpflaume Piemont, Schwarzer Holunder, Orange

Station 2

Edelbrand Draxl, Inzing

Die Apfelbäume stehen bei der Anfahrt zum Hof der Familie Draxl im wahrsten Sinne Spalier. „Wir liegen mitten in der Genussregion ‚Oberländer Apfel‘“, erklärt uns Hubert Draxl bei der Ankunft an der zweiten Station unserer Jagdhof-Schnapsbrenner-Tour. „Die inneralpinen Höhenlagen mit den großen Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht eignen sich für die Obstproduktion besonders gut.“

In den 1990ern hat sich Huberts Vater von der Milchwirtschaft verabschiedet – damals ein kleiner Skandal. 30 Jahre später stehen wir vor dem 3,5 ha großen Obstgarten, in dem mehr als 10.000 Bäume gedeihen. „Wir haben uns auf die Früchte unserer direkten Umgebung spezialisiert.“ Die 26 verschiedenen Edelbrände entstehen zu 100 % aus der reinen Frucht, werden natürlich vergoren und doppelt gebrannt.

„Der Brennvorgang erfordert viel Feingefühl, damit sich das gesamte natürliche Aroma der Früchte im Schnaps wiederfindet.“
Hubert Draxl

Des Meisters liebster Brand? Der Meisterwurz. Die Wurzeln werden in 2.000 bis 2.400 Metern Seehöhe ausgegraben, getrocknet, zerkleinert, gemeinsam mit Äpfeln eingemaischt und destilliert. Erdig mit Apfel im Abgang und heilender Wirkung, wie man sagt …

Unser Fazit: Ein Energieplatz für Mensch und Destillat: von Apfel über Meisterwurz bis Gin und Nusslikör.

Mit Feuer & Flamme getestet: Jonagold, Golden Delicious, Gala, Hauszwetschke, Kronprinz Rudolf im Eichenfass, Meisterwurz, Wacholder, Vogelbeere, Zirbe

Station 3

Mair’s Beerengarten, Rietz

Ein wundervoller Naturgarten, vor dem Haus Pflastersteine aus der Gründerzeit, ein Markttisch mit vollreifen Früchten, Beeren und allerlei Gemüse. Üppig und ungeformt gewachsen – zum Reinbeißen schön … paradiesisch! „Seine Eltern“, erzählt uns Obstbaumeister Markus Mair, „tauschten in den 1980er-Jahren ihren Bürostuhl gegen den Acker und entwickelten daraus ihr Projekt: den heute 7 ha großen Beerengarten, die dritte Station unserer Jagdhof-Schnapsbrenner-Tour. Sein Vater, gelernter Chemielaborant, konnte beim Destillieren seine große Leidenschaft ausleben.

Die Beeren und Früchte für den M4 (Edelbrände/Liköre) werden in Mair’s Beerengarten in Rietz angebaut – das einzigartige Destillat entsteht in Wechselwirkung mit den Elementen: „Erde und Luft der Alpen prägen den intensiven Geschmack der Früchte. Die geballte Kraft des Feuers destilliert die feinsten Aromen aus den Früchten. Bestes Bergquellwasser verhilft den edlen Destillaten zu ihrer ausgewogenen Trinkstärke.“

„Unser Schnaps ist eine Symphonie aus dem strengen Bekenntnis zu besten Tiroler Früchten und der Wechselwirkung der vier Elemente.“
Markus Mair

Unser Fazit: Vom eigenen Baum und Strauch in das Marmeladenglas und/oder in die Brennblase – Qualität und Tradition vom Feinsten. Gerne hätten wir noch den Wein aus eigener Produktion probiert.

Mit Feuer & Flamme getestet: Goldene Zwetschke, Marille, Williams, Quitte, Schwarze Johannisbeere, Heidelbeere, Brombeere, Himbeere

Station 4

Feindestillerie Kössler, Stanz

Christoph Kössler empfängt uns in seinem Haus, dem Geburtshaus des österreichischen Barock-Baumeisters Jakob Prandtauer: „In Stanz und in unserem Haus wurde seit jeher Fallobst gebrannt“, sprudelt der Edelbrenner gleich los. „Nach meinem ersten Brennkurs 1993 kam der Gedanke auf, Qualitätsbrände zu erzeugen. Ein Edelbrand muss zu 100 % aus natürlichen Früchten ohne Zugabe von Zucker und Zusatzstoffen entstehen“, betont Christoph Kössler. „Das ist nur möglich, wenn man Früchte von bester Qualität auf höchstem Niveau verarbeitet.“

„Es ist schön, mit der Natur zu arbeiten und eine wunderbar abwechslungsreiche Aufgabe, ehrliche und authentische Produkte herzustellen.“
Christoph Kössler

Klassische Sorten kommen aus dem eigenen Anbau. Die restlichen Früchte werden von ausgewählten Partnern bezogen. Und dann tischt uns der Meister seine Feinheiten auf: Edles aus dem Barrique, Granta Bitter aus Preiselbeere mit 26 Kräutern und Bienenhonig. „Zusammen mit Zillertal Bier bringen wir heuer den ersten 18 Jahre alten Single Malt Whisky auf den Markt.“ Zudem bietet Kössler 7 Gin-Kreationen. Oder den Kassenschlager „Granta Sprizz“ …

Unser Fazit: Hochgefühle hoch oben in Stanz an der vierten Station unserer Jagdhof-Schnapsbrenner-Tour: unbeschreiblich!

Mit Feuer & Flamme getestet: Apfel-Enzian, Birnenbrand Dr. Gyot, Birnenbrand Rote Williams, Bierbrand, Brombeere, Karotte, Marille, Orangenmuskatellerbrand, Quitte, Spenling, Tiroler Edler, Topinambur, Traubenkirschbrand, Vogelbeere, Wald-Himbeerbrand, Wildkirschbrand, Zirbe-Weichsellikör, Granta Sprizz, Granta Bitter

Die Säulen des guten Geschmacks im SPA-Hotel Jagdhof